BVMW: Mittelstand lässt sich laut Umfrage nicht unterkriegen

BVMW: Mittelstand lässt sich laut Umfrage nicht unterkriegen


28.12.2020
Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)–Der deutsche Mittelstand lässt sich laut dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) trotz der Coronavirus-Pandemie “nicht unterkriegen”. Das erklärte der Verband zu seiner aktuellen Unternehmerumfrage 2020/21 mit über 2.300 Teilnehmern. Demnach sei die große Mehrheit der Mittelständler zuversichtlich, was das eigene Unternehmen angehe. “Über 70 Prozent schätzen die eigene Geschäftslage als befriedigend oder besser ein, und knapp 70 Prozent erwarten eine gleichbleibende oder sogar günstigere Entwicklung der Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten”, erklärte der Verband.

Pessimistisch seien die Unternehmer dagegen bei der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für 2021: Über 60 Prozent erwarteten eine Rezession in Deutschland. Entsprechend stark schlage sich die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit auf die geplante Investitionstätigkeit nieder: Nur 25 Prozent wollten in den nächsten zwölf Monaten ihr Investitionsvolumen steigern, knapp 40 Prozent hingegen weniger investieren als in diesem Jahr.

Die Bundesregierung muss jetzt die Weichen für Investition und Wachstum in 2021 stellen”, forderte BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger. Millionen Mittelständler und Selbstständige erwarteten bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, um wieder Vertrauen fassen zu können. “Deshalb sagen wir Nein zu allen Plänen, den Mittelstand durch höhere Steuern zusätzlich zu belasten”, betonte Jerger.

Fast 85 Prozent sprächen sich für die Fortführung staatlicher Hilfen für von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen auch im Jahr 2021 aus. Neben Corona (83 Prozent) leiden die Unternehmen laut der Umfrage besonders unter Bürokratie (60 Prozent) und staatlicher Regulierung (rund 38 Prozent) sowie Fachkräftemangel (36 Prozent). Die Mittelständler sähen daher Bürokratieabbau als dringlichste wirtschaftspolitische Aufgabe der Bundesregierung an, gefolgt vom beschleunigten Breitbandausbau und einer Senkung der Unternehmenssteuern.

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December 28, 2020 05:12 ET (10:12 GMT)

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