Mittelstand und Handel fordern pragmatischen Coronakurs

Berlin (dpa) – Vor den Beratungen von Bund und Ländern an diesem Montag hat der Bundesverband mittelständische Wirtschaft einen Kurswechsel in der Corona-Politik gefordert.

In einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel betonte Bundesgeschäftsführer Markus Jerger , ganze Branchen wie das Tourismus- und Gastronomiegewerbe oder der Einzelhandel drohten sonst auf Dauer wegzubrechen.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft betonte, die «einseitige Fixierung auf den Inzidenzwert» habe sich als falsch erwiesen, weil er das Infektionsgeschehen nur unvollständig abbilde. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner spielt bei politischen Entscheidungen eine große Rolle.

«Wir brauchen eine Abkehr vom Inzidenzwert hin zu einem Risikowert, der unterschiedliche Faktoren erfasst», schreibt Jerger in dem Brief an Merkel. Dazu gehörten neben der Zahl der Infektionen auch der Belegungsgrad bei den Intensivbetten und der Anteil schwerer Krankheitsverläufe. Damit dieser Risikowert sinke, müsse das Impfen aller Personengruppen beschleunigt werden – damit spätestens zur Jahresmitte 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sei. «Das gegenwärtige Impfchaos muss schleunigst beendet werden, um weiteren Schaden abzuwenden.» Schnelltests müssten genutzt werden, Öffnungen im Einzelhandel, in der Gastronomie und von Hotels zuzulassen.

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